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Jugendverbandsarbeit in Zeiten von Corona

Corona-Verordnung Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit ab dem 29. Juli 2021

Zum 26.7.2021 trat eine neue Version der Corona-VO des Landes in Kraft und zum 29.07.2021 die dazugehörige VO Kinder- und Jugendarbeit/Jugensozialarbeit. Sie soll die Durchführung von Freizeiten und Ferienprogrammen sichern.

Die wesentlichen Änderungen:

a) Fortsetzung von bereits begonnenen Angeboten bei Überschreiten einer Inzidenzstufe:
Bislang sieht die CoronaVO KJA/JSA keine Regelung für bereits begonnene Angebote bei einem Wechsel von einer Inzidenzstufe in eine andere vor. Nun wird ausdrücklich aufgenommen, dass die Angebote bis zum regulären Ende in geplanter Form fortgesetzt werden können. Die Träger des Angebots müssen dabei prüfen, ob während des Angebots weitere Maßnahmen des Infektionsschutzes zu ergreifen sind.

b) Zusätzlicher Antigentest Inzidenzstufe 3 oder 4:
Bei mehrtägigen Angeboten mit Übernachtung muss zusätzlich ein Testnachweis am Abreisetag erbracht werden. Damit soll geklärt werden, ob Personen zu Hause in Quarantäne müssen.

c) Beteiligtenzahl in Inzidenzstufe 3:
Um in den Sommerferien sicherstellen, dass Ferienprogramme und Ferienfreizeiten nicht unverschuldet kurzfristig in Bezug auf die Beteiligtenzahlen halbiert oder gar gänzlich abgesagt werden müssen, werden in der Inzidenzstufe 3 die Beteiligtenzahlen für getestete, genesene oder geimpfte Personen auf die entsprechenden Beteiligtenzahlen der Inzidenzstufe 2 angehoben.

Der gemeinsame Planungsrahmen gibt hierzu weitere konkrete Hinweise zur Durchfühhung von Angeboten und die folgende Übersicht macht die Regelungen nach Pandemiestufen deutlich:

210728 Übersicht CoronaVO KJA JSA LJR

Weitere aktuelle Infos zu den Regelungen für die Jugendarbeit während Corona findet ihr hier beim Landesjugendring.

 

 

"Außerschulische Jugendbildung?"

Es ist in der Jugendverbandsarbeit nicht einfach, Aktivitäten und Angebote eindeutig der außerschulischen Jugendbildung oder aber der Jugenderholung zuzuordnen. Eine weitere Ausdifferenzierung wird von der Verordnung nicht vorgenommen. Das bedeutet für die verbandliche Kinder- und Jugendarbeit, ihre Angebote in eigener Verantwortung zu verorten und diese Einordnung begründen zu können. Eine wichtige Hilfestellung kann dabei das Jugendbildungsgesetz für Baden-Württemberg bieten. Außerschulische Jugendbildung ist dort in § 1, Absatz 2 definiert: „Die außerschulische Jugendbildung wird von den Interessen und Bedürfnissen junger Menschen bestimmt. Sie beruht vor allem auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Sie trägt mit jugendgemäßen Mitteln dazu bei, den jungen Menschen zur Selbstverwirklichung, zur Verantwortlichkeit und zur aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft sowie zur Wahrnehmung der staatsbürgerlichen Pflichten im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu befähigen. Ein besonderes Ziel ist die Entwicklung von Toleranz gegenüber Menschen anderer Lebensweise, Herkunft und Weltanschauung sowie gegenüber Menschen mit Behinderungen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen sowie von Frauen und Männern.“

Wir möchten euch ermutigen, im Rahmen des verantwortlich Möglichen diejenigen Angebote für Kinder und Jugendliche anzubieten, die für euch umsetzbar sind, und die ihr der Jugendbildung zuordnen könnt – wobei hier Bildung sicher in einem weiten Sinne zu verstehen ist.

Bei Fragen und Unsicherheiten zu den geltenden Regelungen versuchen wir euch gerne nach bestem Wissen zu beraten.

 

Damit Vereine handlungsfähig bleiben, hat der Bundestag einige vorübergehende Erleichterungen im Vereinsrecht beschlossen. Unter anderem können Mitgliederversammlungen derzeit in digitaler Form abgehalten und Beschlüsse im Umlaufverfahren getroffen werden, auch wenn dies die Vereinssatzung nicht explizit vorsieht. Die Meldung zum Beschluss findet ihr hier und den Entwurf des Beschlusses hier (relevant ist dort Artikel 2, Paragraf 5).

Der Landesjugendring hat sich bei der Landesregierung und den zuständigen Ministerien stark für die Unterstützung der Jugendverbände in der aktuellen Krise eingesetzt. Nun können für geplante Verantsaltungen, die im Landesjugendplan förderfähig wären, Ausfall- und Stornokosten erstattet werden. Außerdem ist zeitweise die Bezuschussung von Online-Bildungsangeboten möglich. Weitere Infos sowie die notwendigen Formulare findet ihr hier.

Da Gremien, Sitzungen und andere Veranstaltungen mit vielen Teilnehmer*innen an einem Ort aktuell noch schwierig sind, werden derzeit viele Gespäche per Videokonferenz geführt. Hierfür gibt es viele verschiedene Plattformen.

Sehr bekannt wird im Moment Zoom, hier sind kostenlose Videokonferenzen mit einer Länge bis 40 Minuten möglich, man muss kein Programm herunterladen und Zoom scheint in fast allen Browsern recht gut zu funktionieren. Allerdings steht Zoom wegen Lücken im Datenschutz in der Kritik. Hierzu findet ihr hier und hier Einschätzungen, letztlich müsst ihr für euch entscheiden ob es für euch die passende Plattform ist. Hier gehts zu Zoom.

Eine weitere Plattform für Videokonferenzen ist Jitsi. Die Software ist kostenlos und Open Source, man kann sie auf dem eigenen Server installieren oder bei Jitsi selbst unkompliziert einen Konferenzraum eröffnen. Jitsi läuft in Chrome und teilweise in Firefox. Neben Jitsi selbst bieten inzwischen viele deutsche Hochschulen die Möglichkeit an, auf ihren Servern ein Jitsi-Meeting zu eröffnen. Eine Übersicht dazu findet ihr hier, und hier geht es zu Jitsi selbst.